Högl erklärt seine Kündigung

„Persönliche und sachliche Gründe” gaben Ausschlag für Wechsel zum Einheitsblock

Vilseck.(prp) Der Wechsel von 3. Bürgermeister Manfred Högl von der Stadtratsfraktion „Arbeitnehmer-Eigenheimer“ (AN-EH) zum „Einheitsblock-Freie Wählerschaft“ (EHB-FW) und dessen beabsichtige Kandidatur um das Amt des 1. Bürgermeisters standen im Mittelpunkt einer öffentlichen Informationsveranstaltung des EHB-FW im Sportheim des FV Vilseck.

Der Vorsitzende der Stadtratsfraktion EHB-FW, Wilhelm Ertl, freute sich bei der Begrüßung, dass auch einige CSU-Mitglieder und eine Delegation der AN-EH mit dessen 1. Vorsitzenden Markus Schertl der Einladung gefolgt waren und ihr Interesse bekundeten.

3. Bürgermeister Manfred Högl erklärte, er habe am 16. September sein Amt als Fraktionsvorsitzender der AN-EH niedergelegt und die Mitgliedschaft gekündigt, um künftig als Mitglied der EHB-FW-Fraktion im Stadtrat tätig zu sein. Högl habe zuerst den 1. Bürgermeister Hans-Martin Schertl in einem persönlichen Gespräch hiervon unterrichtet und dann die Kollegen im Stadtrat informiert.

„Persönliche und sachliche Gründe haben hierzu den Ausschlag gegeben“ erklärte Högl, ohne näher auf diese einzugehen. Zugleich habe er den Entschluss gefasst, sich um das Amt des 1. Bürgermeisters zu bewerben. Es sei seine freie und persönliche Entscheidung gewesen zum EHB-FW zu wechseln, betonte Högl. Er hoffe nun, dass er bei der Nominierungsversammlung die Unterstützung der Mitglieder erhält.

Ertl erinnerte in seiner Stellungnahme an die letzten beiden Bürgermeisterwahlen. 2004 sei Hans-Martin Schertl in einer Stichwahl mit Unterstützung der Wählergruppe EHB-FW neu in das Amt des 1. Bürgermeisters gewählt worden. 2008 habe der EHB-FW zugunsten von Schertl auf einen eigenen Kandidaten verzichtet und ihn als gemeinsamen Kandidaten proklamiert. Schertl sei mit 83 % wiedergewählt worden, aber es habe dabei auch - mit bedingt durch die enormen Listenstimmen (3.670) die Schertl als Stadtratslistenführer erhielt - eine beträchtliche Verschiebung der Kräfteverhältnisse im Stadtrat gegeben. Die AN-EH hätten zwei Mandate zugewonnen, der EHB-FW und CSU je eins verloren.

„Uns wurde deutlich vor Augen geführt, welch großen Nachteil es hat, ohne eigenen Bürgermeisterkandidaten anzutreten“ sagte Ertl. Deshalb habe man schon 2008 den festen Vorsatz gefasst, bei der nächsten Wahl möglichst wieder mit einem Bewerber anzutreten. Das dies nun tatsächlich erfolgt sei, sollte auch respektiert werden, schliesslich sei es auch ganz im Sinne der Demokratie. Man wolle dem Wähler mit Högl eine echte Alternative anbieten.

Nachdem Högl bereits vor einigen Monaten seine Wechselabsichten andeutete, habe es zunächst in kleiner Runde, später auch im Kreis der erweiterten Vorstandschaft und Fraktion, diesbezüglich Beratungen gegeben. Die beiden Gremien des EHB-FW seien dabei zu einer einstimmigen Entscheidung gekommen: „Högl kann sich jederzeit unserer Gruppierung anschliessen und wir würden ihm gebenenfalls auch die Plattform bieten, die er braucht, um überhaupt als Bürgermeisterkandidat antreten zu können.“ Sehr wohl sei die endgültige Entscheidung diesbezüglich der Nominierungsversammlung vorbehalten, so Ertl.

Zum Verhältnis beider FW-Gruppen in Vilseck untereinander erklärte Ertl, es gäbe hier sehr wohl gemeinsam gelagerte Interessen und konstruktive Zusammenarbeit, dennoch seien beide Gruppierungen auch lokale Konkurrenten und zwei völlig voneinander unabhängig agierende Wählergruppen und Fraktionen. „Was uns im besonderen vereint, auch auf lokaler Ebene: Wir wollen sachliche und konstruktive Kommunalpolitik betreiben zum Wohle der Stadt Vilseck. Wir wollen keine Parteipolitik oder persönliche Auseinandersetzungen“ sagte Ertl. Diese gemeinsamen Ziele stünden auch weiterhin an vorderster Stelle.

„Dies habe insgesamt gesehen bisher sehr gut funktioniert und so soll es bleiben“. Vor allem in dieser Wahlperiode habe sich der gesamte Stadtrat zusammen mit Bürgermeister Schertl durch ein sehr kollegiales Verhältnis untereinander ein herausragendes, gutes Beispiel gesetzt.

Ertl betonte: „Wir wollen das Tischtuch mit 1. Bürgermeister Hans-Martin Schertl und den AN-EH nicht zerschneiden. Beide Seiten hätten ja bereits bekundet, weiterhin konstruktiv zusammen zu arbeiten. Dies möchte ich hiermit nochmals ausdrücklich bekräftigen“. Der Vorsitzende der AN-EH, Markus Schertl, nahm Ertls Worte auf und erklärte, dass dies auch ganz dem Ansinnen seiner Wählergruppe entspreche. Man werde sich mit der neuen Situation vertraut machen und strebe einen fairen Wettbewerb um die Gunst des Wählers an.

2. Bürgermeister Thorsten Grädler vertrat im Schlusswort der Versammlung die gleiche Auffassung. Er selbst habe aus persönlichen Gründen keine Kandidatur ins Auge fassen können und unterstütze die Kandidatur von Högl. „Wir müssen uns auch nach dem 16. März 2014 in die Augen sehen können und vernünftig zusammenarbeiten“. Mit diesem Schlusssatz endete die Versammlung.

Infoabend 2013
Foto:(prp) Gut besucht war die Informationsversammlung der Wählergruppe Einheitsblock-FW. Vorsitzender Wilhelm Ertl (Mitte) informierte dabei über die Beweggründe für den Wechsel von Manfred Högl (re.)

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