AZ vom 29.03.2007 | Netzcode: 10992241

Finanzkraft lässt Schuldentilgung zu Jahreshauptversammlung der Freien Wähler Vilseck - Ausblick auf Bevölkerungsentwicklung Vilseck.

(prp) Gut besucht war die Jahreshauptversammlung der Wählergruppe "Einheitsblock-Freie Wählerschaft Vilseck", zu der sich auch die komplette Vorstandschaft der Jungen Freien Wähler (JFW) einfand. Die Mitglieder erhielten umfassende Rechenschaftsberichte der Vereinsführung und aktuelle Informationen über die Arbeit der Mandatsträger.

Als "Meilenstein in der Vereinsgeschichte" bezeichnete 1. Vorsitzender Wilhelm Ertl die Gründung der JFW, die dem Verein einen enormen Mitgliederzuwachs von über 50 % beschert habe. Die nun mitgliederstärkste FW-Ortsgruppe im Kreisverband könne daher mit gesundem Optimismus in die Zukunft blicken.

Sachlich und kollegial

Die Arbeit im Stadtrat sei von Sachlichkeit und Kollegialität geprägt und komme dem Wohle der Stadt Vilseck zugute. Ertl betonte, dass die Zusammenarbeit mit den im Stadtrat vertretenen Fraktionen und mit dem 1.Bürgermeister insgesamt gesehen gut funktioniere. Ein gutes Arbeitsklima sei die ideale Voraussetzung bei der Lösung zukünftiger Aufgaben im Stadtrat, blickte Ertl voraus.

Ertl ging auf die demographische Entwicklung ein, die auch an der Stadt Vilseck nicht spurlos vorbei gehe. Durch die drastische Abwärtsentwicklung bei den Erstgeburtszahlen auf 40 Geburten im Jahr 2006 und den Rückgang der Einwohnerzahl der Stadt Vilseck um 100 binnen eines Jahres werde dies deutlich. Die Altersstruktur der Bevölkerung werde sich laut einschlägigen Studien bis zum Jahr 2020 deutlich wandeln und zu neuen Herausforderungen an die Kommunalpolitik führen.

Konkurrenz um "Junge"

Die Konkurrenz zwischen den Kommunen um junge Mitbürger werde sich verschärfen. Deshalb müsse man gute Antworten haben, wenn nach den Rahmenbedingungen der Stadt Vilseck gefragt wird, wie etwa nach Ausstattung der Kindergärten und Schulen, schulischen Ganztagesbetreuung oder günstige Baulandpreise. "Wir haben bereits gute Antworten " sagte Ertl mit Verweis auf die jüngsten Beschlüsse des Stadtrats zum umfangreichen Familienförderpaket der Stadt Vilseck und der getätigten Großinvestitionen in die Vilsecker Schule.

Familienfreundliche Politik

Die weitere Optimierung der familienfreundlichen Politik unter Berücksichtigung des Erhalts der Finanzkraft der Stadt Vilseck sei ein Schwerpunkt künftiger Stadtratsarbeit. Ertl versicherte, dass man auf dem Erreichten aufbauen werde, um im März 2008 mit einer ausgewogen besetzten Mannschaft für die Stadtratswahl anzutreten.

Kassier Thorsten Grädler berichtete über geordnete Finanzen und nahm die Entlastung entgegen. In seiner Funktion als Jugendbeauftragter des Stadtrats informierte Grädler über die derzeitigen Stand für die Schaffung eines Jugendtreffs. Hier habe der Stadtrat der Nutzungsänderung der Kellerräume in der früheren Klosterschule zugestimmt und Finanzmittel bereitgestellt. Es gäbe noch Klärungsbedarf hinsichtlich Trägerschaft und Betreuung durch einen Sozialpädagogen, der möglicherweise auch in der schulischen Ganztagesbetreuung eingesetzt werden könnte, wie Schriftführerin Manuela Zinnbauer ergänzte.

Manuela Zinnbauer berichtete detailiert über die vereinsinternen Veranstaltungen des zurückliegenden Jahres wie Weinfest und Wandertag, über die Aktivitäten der JFW sowie über die Ergebnisse beim Arbeitskreis "Altstadtoffensive", in dem sie aktiv mitwirkt.

Fraktionsvorsitzender Hermann Geier gab einen Überblick über den vom Stadtrat beschlossenen Haushalt 2007 mit einem Rekordvolumen von 13.700.000 €, davon 4,25 Millionen € im Vermögenshaushalt. Die Finanzkraft der Stadt lasse eine völlige Tilgung der Schulden zu bei gleichzeitigen Investitionen in Höhe von zirka 3,2 Millionen € zu. "Die Schuldenfreiheit der Stadt ist das Ergebnis jahrelanger, von allen Fraktionen getragenen Haushaltsdisziplin" betonte Geier. Die Fraktion habe mit ihren Vorschlägen zu nachhaltigen Investitionen wie beispielsweise die Absorberanlage im Freibad oder Einsparungen bei den Energieausgaben ihren Beitrag geleistet, so der Fraktionsvorsitzende.

Energie einsparen

Der kommunale Energiebeauftragte Helmut Schwindl gab einen Überblick über die von ihm angestellten Untersuchungen und den hieraus entwickelten Investitionsvorschlägen, die vom Stadtrat umgesetzt werden. Mittelfristiges Ziel sei eine Reduzierung des CO2-Ausstosses um mindestens 21 Prozent bis 2012 analog dem Kyoto-Abkommen bei gleichzeitiger Einsparung der Energiekosten in den kommunalen Liegenschaften. Hier tragen die ersten Maßnahmen wie beispielsweise die Umrüstung der Straßenbeleuchtung bereits Früchte.

(Originalfassung des Berichterstatters)