Chronik Einheitsblock bis 1995

Hans Fick
von + Hans Fick

VORWORT:

Wenn in einer Internet-Kurzdarstellung der Versuch unternommen werden soll, den Werdegang der Wählergruppe "Einheitsblock-Freie Wählerschaft Vilseck" darzustellen, so ist dieser untrennbar verbunden mit der Entwicklung des Stadtrates Vilseck in den letzten fünfzig Jahren.

Denn seit diesem nahezu einem halbem Jahrhundert ist die Wählergruppe ununterbrochen im Stadtrat in Vilseck vertreten und sie stellte neben zahlreichen Stadträten zeitweise den ersten, aber auch zweite Bürgermeister .

Dies ist mit ein Grund für die starke Präsenz von Freien Wählerschaften in Vilseck über die Jahrzehnte hinweg bis zum heutigen Tag im Jahre 2001. Die Bürger schenken diesen kommunalen Vereinigungen in ihrer Gemeinde mindestens das gleiche Vertrauen wie den politischen Parteien, ja vierzehn Jahre, von 1952 bis 1966, war überhaupt keine Partei mit einer eigenen Liste im Stadtrat vertreten. Trotzdem war gerade diese Zeit von einer enormen Aufbauleistung geprägt.

Erinnert sei z.B. an den Neubau der Schule 1965 und des Freibades, das im Mai 1967 seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Auch die Forcierung von Industrie- und Gewerbeansiedlungen, der Beginn der Abwasserbeseitigung und eine starke Ankurbelung der Wohnbautätigkeit in der Stadt Vilseck, die preisgünstiges Bauland auswies, sei erwähnt. Der Landkreis errichtete in dieser Zeit ein Kreiskrankenhaus in Vilseck.

KURZCHRONOLOGIE:

4. März 1952:

In einer öffentlichen Versammlung im Gasthof Georg Specht in Vilseck wird die Wählergruppe "Einheitsblock" zum Zwecke der Aufstellung eines Wahlvorschlages gegründet. Hans Müller, BayWa-Lagerhausverwalter aus Vilseck, wird zum Bürgermeisterkandidaten gewählt und gewinnt bei der Stichwahl am 6.4.1952 gegen den bisherigen Amtsinhaber Josef Weiß.

30. März 1952:

Stadtratswahl: aus der von Müller neugegründeten Wählergruppe ziehen Georg Rothkäppl und Hans Seegerer in das zehnköpfige Gremium mit ein. Es gibt neben dem Einheitsblock noch den Einwohnerblock, der mit Franz Eschenwecker den 2. Bürgermeister stellt, die Freie Wählerschaft und den Block der Heimatvertriebenen im Stadtrat.

18. März 1956:

Stadtratswahl: der "Einheitsblock" nimmt Personen aus dem bisherigen Einwohnerblock und den Freien Wählern mit auf und erringt mit sechs Stadtratsitzen die absolute Mehrheit. Zu Georg Rothkäppl und Hans Seegerer kommen Franz Eschenwecker, Michael Ringer, Hans Kotzbauer und Adam Schmid hinzu. Erster Bürgermeister bleibt Hans Müller, zweiter Bürgermeister Franz Eschenwecker. Im Stadtrat Vilseck gibt es wiederum keine Parteienliste! Weitere Wählergruppen sind der Einwohnerblock und der Block der Heimatvertriebenen. Für den zurücktretenden Hans Kotzbauer rückt Josef Riß nach.

27.März 1960:

Stadtratswahl: der Einheitsblock behält die absolute Mehrheit und Hans Müller bleibt der erste und Franz Eschenwecker der zweite Bürgermeister. Stadträte des Einheitsblock sind Rothkäppl Georg, Ringer Michael, Höser Hans und Koppmann Hans, der am 30.3.1961 verstirbt. Für ihn rückt Josef Götz jun. nach. Wieder ist keine Parteienliste im Stadtrat vertreten. Es gründet sich erneut eine "Freie Wählerschaft", die es ja schon einmal 1952 im Stadtrat gab.(Siehe weiter oben) Sie bringt vier Leute in den Stadtrat, darunter auch Adolf Kaiser. Der Block der Heimatvertriebenen ist mit Franz Wilfling vertreten.

13. März 1966:

Stadtratswahl: 1. Bürgermeister bleibt Hans Müller vom Einheitsblock, zweiter Bürgermeister wird Josef Angerer von der CSU. Der Einheitsblock ist mit Fick Hans, Eschenwecker Franz, Götz Josef und Höser Hans dabei. Von den "Freien Wählern" ist Adolf Kaiser erneut im Stadtrat dabei. Erstmalig ziehen die Parteienlisten der CSU und der SPD mit fünf Mandaten in den Stadtrat ein.

Jahr 1971:

In Vilseck wird die freiwillige Gebietsreform durchgeführt. Die ehemaligen Gemeinden Schlicht, Gressenwöhr, Langenbruck, Sigl und Teile der Gemeinde Irlbach gliedern sich in die Stadt Vilseck ein. Der Einheitsblock schließt sich mit den Freien Wählern aus Vilseck und den Freien Wählern der anderen ehemaligen Gemeinden zum "Einheitsblock-Freie Wählerschaft Vilseck" zusammen. Hans Müller gibt nach 19 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit als 1. Bürgermeister aus Altersgründen sein Amt auf. Der Stadtrat beschließt, für die "Großgemeinde Vilseck" künftig einen berufsmäßigen Bürgermeister wählen zu lassen, dem 18 Stadträte zur Seite stehen werden.

Nach einem harten aber fairen Wahlkampf, alleine vier Bürgermeisterkandidaten gibt es, darunter mit Hans Fick auch einen vom Einheitsblock-FW, wird am 23. Mai 1971 der neue Stadtrat und bei der Stichwahl am 6. Juni 1971 der neue erste Bürgermeister gewählt. Es gibt keine absoluten Mehrheiten. Rudolf Merkl von der CSU wird der erste berufsmäßige Bürgermeister und wird die folgenden Perioden immer wieder bis zur gesetzlichen Altersgrenze 1995 mit großem Vertrauen gewählt.

Mit Hans Fick ,der zweiter Bürgermeister und Fraktionsvorsitzender wird, ziehen noch Adolf Kaiser, Andreas Winkler, Josef Götz, Karl Bielmaier und Heinz Neudecker vom Einheitsblock-FW ein. Den dritten Bürgermeister stellt mit Josef Angerer die CSU. Eine weitere "Wählervereinigung Großgemeinde Vilseck" , die von Anton Engelhardt geführt wird, bringt vier Kandidaten in den Stadtrat und gliedert sich nach einem knappen Jahr in die CSU ein. Während der Stadtratsperiode verstirbt vom "Einheitsblock-FW " Karl Bielmaier. Für ihn rückt am 28.11.1975 Willibald Merkl nach. Für den am 5.12.1977 wegen Wegzug ausscheidenden Heinz Neudecker zieht Hermann Geier in den Stadtrat ein.

5. März 1978:

Stadtratswahl: laut Gesetz wird die Zahl auf 20 Stadträte aufgestuft. Es hat sich eine neue Freie Wählergruppe gebildet, die "Arbeitnehmer-Eigenheimer". Sie erringen drei Stadtratsmandate, darunter ist mit Theresia Lettner erstmalig eine Frau. Der Einheitsblock-Freie Wählerschaft ist wiederum mit Hans Fick als 2. Bürgermeister, Josef Götz, Adolf Kaiser, Andreas Winkler und Hermann Geier vertreten. Den dritten Bürgermeister stellt mit Anton Englhardt die CSU. Die SPD hat zwei Mandate.

Bei der im ganzen Bundesgebiet durch die Presse gehenden Wahlanfechtung von SPD-Mitglied Walter Lang, der einige CSU-Kandidaten der Briefwahlfälschung bezichtigt, entscheidet das Verwaltungsgericht Regensburg nach drei öffentlichen Verhandlungen, daß das Landratsamt Amberg-Sulzbach verpflichtet wird, die Stadtratswahl in Vilseck vom 5.3.1978 für ungültig zu erklären. In der Urteilsbegründung wird unter anderem verwiesen, daß die Vernehmung der Zeugen und die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen die Behauptungen des Klägers bestätigt haben.

9. Dezember 1979:

Bei der Wiederholungswahl zum Stadtrat verliert die CSU einen Sitz, der der SPD zufällt. Walter Lang zieht in den Stadtrat ein. Beim "Einheitsblock-FW" und bei den "Arbeitnehmer-Eigenheimern" verändert sich nichts. Hans Fick bleibt 2. Bürgermeister und Anton Englhardt der dritte. Aber das Mißtrauen sitzt tief. Es bedarf erheblicher allseitiger Anstrengungen, um wieder auf ein vernünftiges Miteinander zurückzufinden. Und das unmittelbar in den Vorbereitungen für das große Jubiläum der 650-Jahrfeier der Stadt Vilseck im Juli 1981. Keine leichte Aufgabe für die Verantwortlichen.

27. November 1982:

In einer schlichten, gemeinsamen Feier im Gasthof Specht feiert man das 30-jährige Bestehen der Wählergruppe mit dem ganzen Stadtrat und allen ehemaligen Kollegen.

10. März 1983:

Nach kurzer schwerer Krankheit verstirbt Adolf Kaiser vom Einheitsblock-Freie Wählerschaft. Mit ihm verliert die Stadt Vilseck einen Mann, der außerordentlich viel für die Jugend, insbesonders für die von ihm gegründete Knabenkapelle Vilseck getan hat. Willibald Merkl rückt deshalb erneut als sein Nachfolger im Stadtrat ein.

18. März 1984:

Stadtratswahl: es ist sowohl beim "Einheitsblock-Freie Wähler" als auch bei den "Arbeitnehmern-Eigenheimern" ein Einbruch zu verzeichnen. Die beiden Freien Wähler Gruppen, die im Stadtrat harmonisch zusammenarbeiten, verlieren drei Stadträte. Vom Einheitsblock-FW sind im Gremium noch vertreten Hans Fick, Hermann Geier und Josef Götz, von den Arbeitnehmern-Eigenheimern Hans Schertl und Theresia Lettner.

Den zweiten und den dritten Bürgermeister stellt mit Richard Schlicht und Anton Englhardt die CSU.

18. März 1990:

Stadtratswahl: die Verluste der "Freien Wähler" aus der Vorperiode konnten fast gänzlich wiederaufgeholt werden. Vom Einheitsblock-FW wird Hans Fick, Hermann Geier, Josef Götz wiedergewählt und neu kommt Werner Stubenvoll hinzu. Von den Arbeitnehmern-Eigenheimern ist Hans Schertl und Theresia Lettner wieder dabei und es kommt Peter Wismet hinzu. Auch diesesmal stellt die CSU mit Anton Engelhardt und Heiner Maulbeck wieder beide weiteren Bürgermeister. Die SPD behält ihre drei Mandate.

9.April 1995:

Bürgermeisterwahl: für den aus Altersgründen ausscheidenden Rudolf Merkl wird Richard Schlicht als Kandidat der CSU aufgestellt. Die beiden Freien Wähler Gruppen schicken als jungen Mann Stadtrat Werner Stubenvoll ins Rennen und die SPD nominiert Helmut Kult.

Mit fast 34 % erringt Werner Stubenvoll ein beachtliches Ergebnis. 1. Bürgermeister wird Richard Schlicht mit 55% der gültigen Stimmen.

In der Vereidigung des neuen Bürgermeisters vorhergehenden Sitzung am 30. Mai 1995 erklärt und beantragt Heiner Maulbeck die Aufgabe seines Mandates als dritter Bürgermeister und als Stadtrat und auch Anton Engelhardt zieht sich von seinen Aufgaben als 2. Bürgermeister und Stadtrat aus der aktiven Politik zurück. Der noch ein Jahr amtierende Stadtrat nimmt die Rücktrittsgesuche einstimmig an und wählt am 25. Juli 1995 mit knapper Mehrheit Michael Koller und Roswitha Graßler, zwei CSU-Stadträte, zu weiteren Bürgermeistern.

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